
![]() Kurze Geschichtliche Einführung. Die Stadt Tarvisio, Hauptort des Kanaltales, mit 205 km2 Oberfläche, ist die grösste Gemeinde von der Provinz Udine, 758 m.über dem Meeresspiegel gelegen. Seine Wurzeln gehen bis in die römische Epoche zurück: zahlreich sind die historischen Quellen ( hauptsächlich erst seit dem XV Jhdt. erfasst) die uns erlauben mit Sicherheit feststellen zu können, dass die alte Römer Strasse von Aquileia nach Virunum ( heute mit Zollfeld, das sich zwischen Klagenfurt und Maria Saal in Österreich befindet zu identifizieren ) das Kanaltal durchquerte und nicht weit entfernt von der heutigen Strecke ist. Diese Straße ( Verlängerung der via Appia ) die 108 römische Meilen lang war ca. 160 heutige km., war also eine der römischen Konsolarstraßen die über die Alpen, aus Italien, in diesem Fall in die Provinz Noricum führte. Die perfekte Straßenorganisation dieser Epoche machte es möglich, daß längs der wichtigsten und verkehrsreichsten Arterien sich Post- und Zollstationen befanden; um diese Stationen verwirklichte sich eine mehr oder weniger komplexse Besiedelung, die sich langsam in richtige Orte, äußerst gut organisiert, verwandelten. Mit großer Wahrscheinlichkeit kann man annehmen daß auch die Zone, in der heutigen Gemeinde Tarvisio, von den Römern besetzt war, da vielzählige Funde, hauptsächlich Grabsteine, von ihrer Gegenwart in diesem Tal zeugen. Was die Römer betrifft kann man einige Worte über den kleinen, schönen Ort Camporosso verlieren: dort befand sich die römische STATIO BILACHINIENSIS, eine der wichtigsten Zollstationen der alten Via Romana; direkt in Camporosso gibt es unzählige, bedeutende bis heute an das Tageslicht gebrachte Funde; vielleicht auch die schönsten ( sehen Sie z.B. die Grabstele, zur Zeit in Renovierung, auf der Hauptstrasse des Ortes aufgestellt). Sehen Sie den Sarkophag, der mit der Aufschrift der STATIO BILACHINIENSIS versehen ist und im Stadtmuseum von Villach aufbewahrt wird. Eine der Hauptstraßen von Tarvisio ( jene die vom Ortsanfang bis zum kleinen Vorort von Coccau führt ) in der Nähe der Österreichischen Grenze, trägt den Namen Via Romana nicht zufällig, sie war die Strecke der Via Consolare, von der ein Fragment in Coccau noch zu sehen ist.
Um die politisch-religiöse Lage von damals unter die Lupe zu nehmen, nehmen wir einige Ausschnitte aus dem Buch “TARVIS”, im Jahre 1991 veröffentlicht. “ Nach dem Jahre 1335 kam das Kanaltal, immer Teil von Kärnten, an das Haus Habsburg Österreich. Der Bischof von Bamberg wurde zum Lehensherrn des Erzherzogs von Österreich, den er in den politischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten untergeordnet war […] die Bevölkerung des Tales wurde von einem Gastalden regiert, der aus der Bevölkerung kam; die Gemeinden ernannten den Cameraro den Verwalter des Kirchengutes […]. Die Herrschaft des Bischofs von Bamberg hatte hauptsächlich einen feudalen Charakter, die Untertanen mußten Treue schwören […] Die einzelnen Gemeinden besassen doch viele Privilegien: sie konnten die Lokalrichter vorschlagen, die Gemeindegüter verwalten, für das Schulwesen sorgen. Nach diesen kurzen Einblicken, die es erlauben die Geschehnisse, welche das Kanaltal charakterisieren, geschichtlich in das richtige Licht zu rücken, um es an die Geschehnisse Italiens dieser Epoche in einem weiteren Raum, zu knüpfen, kann man das Auge auf die Geschichte der Gemeinden des Tales von heute werfen, vorallem auf die Geschichte ihrer Kirchen ( genauer ihrer Pfarren ) da diese in den geschichtlich-archivistischen Quellen angesprochen werden. Camporosso ist ohne Zweifel die älteste Pfarrkirche, auch wenn sie in wenigen Jahrhunderten eine untergeordnete Position einnehmen mußte, durch die langsame aber sichere Blüte von TARVISIO (Zentrum mit Verteidigungsmauern ) des Handels und der Unternehmen. Die 1. Kirche, die im Tal entstand war also S.Egidio in Camporosso, auf Grund der Quellen kann die Existenz dieser Kirche in eine Periode zwischen 1106 und 1139 eingeordnet werden. Die Entstehung der Pfarre, durch die später alle anderen Pfarren im Tal ihren Ursprung nahmen kann man mit dem Jahre 1348-49 annehmen. Eine Erwähnung wert ist die sehr schöne Kirche von Coccau, die lange unter österreichischer Verwaltung war ( lange Zeit gehörte sie zur Pfarre Göriach, in der Verwaltung von Arnoldstein ) und wird deshalb nicht mit den anderen Kirchen des Kanaltales genannt. Für 1360 setzt man die Erbauung der Marienwallfahrtskirche S.Monte Lussari an. Im Jahre 1399 wurde auf Anordnung des Bischofs von Bamberg ein Kaplandienst in der Kirche von Tarvisio eingerichtet, 1445 begann man mit dem Bau der neuen Kirche von Tarvisio den Heiligen Aposteln Petrus und Paulus geweiht, um 1450 ca. hat Tarvisio eine autonome Pfarrkirche.Für Tarvisio beginnt nun ein wirtschaftlicher Aufschwung mit Bevölkerungszuwachs, sodaß der Ort der reichste und größte vom Tal wird. Der starke Aufschwung der Bergwerksaktivitäten in Raibl, ( heute Cave del Predil ) die auch die Handelsbeziehungen mit den Tälern des Isonzo förderten, Handelsbeziehungen die schon in großem Maße mit der Carniola vorhanden waren und durch Weißenfels ( heute Ort von Fusine ) abgewickelt wurden,gab dem Ort TARVISIO einen Beitrag zur Blüte. Eine gleiche, wichtige Vergangenheit wie TARVISIO weist auch Malborghetto auf ( Gemeinde die vor Tarvisio liegt, von Udine kommend ) Um 1349 wird in diesem Dorf die Bruderschaft des Hl.Michael gegründet, als Folge der großen Pestepidemie, die in diesem Tal wütete, ihre Hauptaufgabe war die Versorgung der Pilger. Im Jahre 1390 wurde auch in Malborghetto ein Kaplandienst eingerichtet, direkte Quellen von dem Ort erscheinen erst ab 1487, man kann daraus ersehen, daß ein Jahr früher eine Pfarre ( Kirche) errichtet wurde. Dieser Ort befand sich im Mittelpunkt des Tales und wurde deshalb zum Zentrum des Handelsverkehrs von Friaul Richtung heutiges Österreich ( und umgekehrt ). Die Bevölkerung, die mehr als 500 Einwohner zählte und im Ort lebte war hauptsächlich aus reichen Bürgerfamilien, italienischer und deutscher Herkunft zusammengesetzt. Einen wichtigen Hinweis bekommen wir von dem Lebensstandard nach der 1. Hälfte des 15. Jhdts. durch die Existenz einer Schule, eines Krankenhauses, beide Werke der obengenannten Bruderschaft, deren Mitbrüder alle italienischer Herkunft waren,sehr an Venetien gebunden ( Venetien, wir erinnern, reichte bis Pontebba ). |
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Texte von Comello dott.Francesca
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